Gregor Huebner

Gregor Hübner wurde 1967 in Stuttgart geboren. Studien der klassischen Violine führten ihn nach Wien und Stuttgart. Mit einem Master Degree und einem President´s Award in Jazzklavier und Komposition beendete er seine Studien an der Manhattan School of Music in New York.

Gregor Hübner war von 1985-2012 fester Bestandteil der Gruppe Tango Five. Zusammen mit Raul Jaurena konzertierte Gregor Hübner als Solist beim Tango Festival 1998 im Hollywood Bowl Theater in Los Angeles. Von 1995 bis 1999 war Gregor Hübner Mitglied im Kammerorchester des Metropolitan Museums New York, “Philharmonia Virtuosi”.

Seit 1996 ist er ständiger Partner des Pianisten Richie Beirach. Die CDs des Trios Beirach/Huebner/Mraz “Round about Bartok” (ACT 2000), “Round about Federico Mompou“ (ACT 2001) und „Round about Monteverdi (ACT 2003) wurden von der internationalen Presse hervorragend besprochen. Im September 2002 wurde die CD “Round about Federico Mompou“ für den Grammy in der Kategorie „Best Latin Jazz Album“ nominiert. Die neueste CD “Duality” des Duos Richie Beirach/Gregor Huebner erschien 2007 beim label Niveau Records.

Gregor Hübner war als Musiker bei Festivals in Kork (Irland), Tiblisi (Georgia), Montreux, New York (JVC, Bell Atlantic), Stuttgart (Jazz Open) and Porto (Portugal). Er konzertierte in der Carnegie Hall, dem Apollo Theater, der Berlin Philharmonie, Frauenkirche in Dresden, Gewandhaus Leipzig und war auf Tournee in Südost Asien, Japan, Russland, Kolumbien, Mexiko, Hawaii, Georgien und Spanien.

Er war Mitglied der Latin Bands “Jovenes del Bario“, “Eye Contact” und „Son Radical“ spielt mit Randy Brecker, John Patitucci, Billy Hart, Mark Feldman, Smokey Robinson, David Darling, Uri Caine, Tim Hagans und dem Absolut Ensemble, machte Aufnahmen mit Diane Reeves und Joe Zawinul und ist mit seinen Ensembles El Violin Latino, dem Sirius String Quartett und dem NY-NRG Quartett ein fester Bestandteil der New Yorker Musikszene.

Nach“Panonien” und „Januschke’s time”, “In Between”, No Limits” und “Fantasia” produzierte Gregor Hübner 2007 die CDs “NY-NRG Quartet”, „New York Lounge“ (Niveau Records) “City Scapes”2011, “Racin Mind” 2011 mit dem Sirius String Quartet und “Cuban Blues” 2012 mit Salsafuerte. „El Violin Latino“ mit dem Schwerpunkt auf Lateinamerikanischer Musik erschien 2011 und wurde Nr.3 der Bestenliste 2011 des Radiosenders WBGO in New York.

2016 erscheint „El Violin Latino Vol. 2 – for Octavio“ (FM 212) bei GLM Music auf dem Label Fine Music.
Erfahren Sie mehr über das Projekt aus folgendem Interview:

1. Was steckt hinter der Idee zu „El Violin Latino“?

Die Idee kam bei einer Session im Nuarican Poets Cafe in New York als Mappy Torres, eine Cubanische Dichterin, über eine Descarga (Session Stück) die Latin Violin beschrieb während ich dazu spielte. Das ist jetzt mindestens 15 Jahre her aber war immer als Idee present und da ich in New York in den letzten 20Jahren Tango, Brasilianische Musik und Cubanische Musik gespielt habe mit den besten Musikern die man finden kann wurde diese Idee immer interessanter. Die Violine ist sozusagen für mich der gemeinsame Nenner dieser verschiedenen Stile.

2. Was sind deine wichtigsten Einflüsse: Instrumental und Kompositorisch/ Konzeptionell?

Zuerst einmal mein wichtigster Einfluss auf meinem Instrument ist die Osteuropäische Volks- und Zigeuner Musik mit der ich aufgewachsen bin. Kompositorisch und Konzeptionell habe ich mich an der Musik und den einflussreichsten Komponisten in den verschiedenen Ländern orientiert. Ich habe deren Kompositionen oder auch sehr alte bekannte Standards aus den 3 Ländern neu arrangiert für meine Besetzung und diesen dann Eigenkompositionen von mir, die im selben Duktus komponiert sind, gegenübergestellt.
Instrumental gibt es natürlich Vorbilder aus diesen Ländern besonders im Tango zum Beispiel Frederico Suarez Paz oder auch die Musiker aus dem Kubanischen Orquestra Aragon doch glaube das der Einfluss aus Osteuropa auch in der Süd-Amerikanischen Musik zu hören ist und ich mich deswegen auch so wohl fühle wenn ich diese Musik spiele.

3. Inwiefern spielt dein persönlicher Hintergrund/ Herkunft und musikalische Ausbildung eine Rolle für deine Musik heute?

Ein bekannter Lehrer und Freund meinte als ich noch in der Ausbildung war, versuche alles was Du erfährst wie ein Schwamm aufzusaugen und danach konzentriere dich auf die Dinge die dich interessieren aber verneine nie woher du kommst. Deswegen glaube ich meine Herkunft und die Art wie ich aufgewachsen spielt eine sehr große Rolle in meiner Musik und meinem Spiel.

4. Wie muss man sich die Atmosphäre im Studio vorstellen? Wie sind die Aufnahmen gelaufen? Gab es irgendwelche Besonderheiten/Anekdoten? Wurde in USA oder Deutschland aufgenommen?

Da dies die 2te El Violin Latino Produktion war war ich natürlich schon vorbereitet und wußte wie die Musiker die wieder dabei waren arbeiten. Wir hatten 3 Sessions in New York, 2 im Jahr 2014 und eine im Frühjahr 2015 und es war jedes mal eine wunderschöne Arbeit. Besonders die Arbeit mit Johnny Almendra dem es seit Jahren nicht so gut geht und in dessen Band, Jovenes del Barrio, ich 5 Jahre spielen durfte war wieder sehr inspirierend. Die Gesangs Aufnahmen waren dann auch spannend da eine in Montevideo, zwei in New York und eine in Holland stattfanden.

5. Welchen Leuten (und Situationen) hast du in deinem musikalischen Leben besonders viel zu verdanken und warum? Welche Rolle spielt Octavio, dem ja die CD gewidmet ist? Was für ein Mensch war Octavio?

All die Musiker die bei diesen Aufnahmen dabei sind trugen zu einem gewissen Zeitpunkt in meinem Leben zu meiner musikalischen Entwicklung bei. Besonders natürlich Johnny Almendra und Raul Jaurena die ich beide als Mentoren bezeichnen würde.
Dann gibt es natürlich außerhalb dieses Projekt noch viele andere die für mich wichtig sind wie zum Beispiel Richie Beirach mit dem ich seit 20 Jahren vom Duo bis zum Quintett musikalisch unterwegs bin oder auch Ludmilla Uhlela meine Kompositionslehrerin an der Manhattan School of Music.
Octavio Brunetti war der Pianist des Tango Quartett’s auf meiner ersten El Violin Latino Produktion für peregrina. Er war ein unglaublicher Pianist und besonders in der Tango Szene auch weltweit anerkannt. Leider hatte ich viel zu wenig Zeit mit ihm zu spielen da er überraschend im letzten Jahr gestorben ist. Er war in meinem Alter und ich wusste ,als ich ihn kennenlernte, sofort, dass wir uns auf derselben musikalischen Ebene bewegen.

6. Welche Stücke sind am repräsentativsten für das Album? Bzw. welche Stücke würdet ihr am liebsten vorspielen, um einen guten Eindruck vom Album zu bekommen?

Das ist eine schwierige Frage, da es ja wirklich sehr unterschiedliche Stile sind. Ich würde sagen „Aquas de Marco“ für Brasilien, mein „Fantasia“ oder auch „Tiempo de Almendra“ und „Canafistula“ für Cuba und natürlich „La Ultima Curda“ für Argentinien.

7. Wann hast du das letzte Mal eine Aufnahme bzw. ein Konzert gehört, die euch begeistert/ inspiriert hat? Welche war das?

Bejing Music Festival Penderecki dirigiert Pederecki. Jerry Gonzales und Fort Apache mit Jeff Tain Watts am Schlagzeug Tai Chung Jazzfestival.

8. Was sind die Ziele von El Violin Latino?
Tourneen in Europa und in USA um diese CD vorzustellen. Dann sollen in den nächsten 5 Jahren jeweils ein eines Cubanisches, Brazilianisches und Argentinisches Album entstehen.

9. In was für einem Rahmen spielst du am liebsten Live (Club, Festival…) und warum, wer ist als Besetzung dabei? Sind es immer dieselben Musiker, wie auf der CD?

Kleine Clubs sind am besten für diese Musik aber natürlich funktioniert das Konzept sowohl in Konzertsälen als auch auf Festivals wo wir natürlich hin wollen. Natürlich kann ich nicht mit 3 verschiedenen Bands auf Tournee gehen sondern mache das in einer kleineren Besetzung nämlich im Quartet:
Gregor Huebner violin
Klaus Mueller piano
Veit Huebner bass
Jerome Goldschmidt perc

Als special guest könnte noch die Sängerin Yumaria aus Curaçao bei dem einen oder anderen Konzert dabei sein.