The Huggee Swing Band

The Huggee Swing Band könnte man auch als „die Rockband unter den Swing Bands“ bezeichnen. Rau. Wild. Kompromisslos. Gegründet zur Eröffnung der Mannheimer Szene-Kneipe „Hagestolz“ kämpfte sich die Band hoch bis ins Berliner Konzerthaus. Heute ist sie deutschlandweit bekannt und nicht mehr aus der Swing-Szene wegzudenken. Die Band steht jeher für einen Mix aus Leichtsinn und Ernsthaftigkeit, Tradition und Moderne, MP3 und Vinyl oder Tanzschuh und Sneaker. Ob traditionelle Songs in modernem Gewand oder genau umgekehrt, alles kann, nichts muss. Nur Spaß bringen, das muss es!

Nach fünf Jahren Instrumental-Swing schlagen die HUGGEES mit ihrem aktuellen Album „Nightmood“ ein neues Kapitel in ihrer Bandgeschichte auf und holen sich erstmalig Verstärkung am Gesang. Mit Franziska Schuster (Köln) hat die Band eine Sängerin gefunden, welche mit ihrer herausragenden Stimmfarbe und coolen Attitude wie die Faust aufs Auge zu den sieben Jungs passt. Die aus dem Stuttgarter Raum stammende Sängerin bringt eine neue Energie in die Band und trägt einen erheblichen Teil zur Weiterentwicklung des Bandsounds bei, welcher sich in NIGHTMOOD, dem zweiten Album der jungen Mannheimer Swing Band, wunderbar widerspiegelt. Fans von Hot Jazz bis hin zum Big Band Sound kommen bei dieser Band auf ihre Kosten, da die besondere Besetzung der Band mit vier Bläsern und dreiköpfiger Rhythmusgruppe es dem Arrangeur Konrad Hinsken (Piano) erlaubt, gleich mehrere Jahrzehnte der Jazzmusikgeschichte und verschiedener Stile in einen ganz besonderen Sound – den HUGGEE SWING – zu verpacken.

Was dieses Album außerdem von anderen Swing-Alben abhebt, sind die teilweise etwas moderner klingenden Arrangements und Soli.: „Wir legen bewusst Wert darauf nicht die Swing-Musik von früher 1 zu 1 nachzuspielen. An die Cats von damals wie Louis Armstrong,  Fats Waller, Ella Fitzgerald und wie sie alle heißen, wird heutzutage sowieso keiner mehr ran kommen. Wir versuchen immer unsere eigene HUGGEE-Note hinzuzugeben. Alle Bandmitglieder stehen auch auf modernen Jazz-Sound von heute. Da soll man dem Album auch anhören, dass es aus der heutigen Zeit stammt.“ (Joachim Harras, Saxophon)

Neben bekannten Jazzhits der 20er bis 40er sind auch zwei Johnny Cash Songs aus den 60ern auf die Platte gepackt worden. Die Stücke harmonieren trotz unterschiedlichster Herkunft perfekt miteinander und funktionieren auch ohne den prägenden Sound der Gitarre.

Trotz der tiefgründigen Texte versprüht die Musik eine Leichtigkeit, die perfekt in den Gesamtsound der CD passt.

Bei Nightmood, dem Namensgeber der neuen CD, einer wunderschönen Ballade aus der Feder von Ivan Lins und David Richardson, zeigt die Band dann auch, dass sie nicht nur Lust auf Tanz, Party und Spaß macht, sondern auch sanften Balladen die nötige Leidenschaft einhauchen kann. Ganz im Stile Henry Mancinis stellt man sich hier gerne einen Abend mit Kamin und Whiskey und dem oder der Liebsten vor.

Hinter dem Album-Titel „Nightmood“ verbirgt sich zudem eine Lebensweise und eine Lebensphilosophie. Die wilde Zeit von der Prohibition bis zur Erfindung des Tonbandgerätes war geprägt von einem regen Nachtleben, in welchem es kaum Tabus gab. Es war die Zeit, in welcher zum ersten Mal in Clubs zu Live-Musik getanzt wurde. Es war die Geburt der ersten populären Musik: dem Swing! Es ging darum soziale Kontakte zu knüpfen, sich auszutauschen, zu tanzen und offen anderen Menschen gegenüber zu begegnen. Dieser „Nightmood“ verbindet nicht nur die Musiker untereinander, weil sie spät abends unterwegs sind und auf den Bühnen Deutschlands stehen, sondern auch die Hörer dieses Albums. Es liefert den Soundtrack dazu, beim Zuhören in NIGHTMOOD versetzt zu werden. Ganz egal ob mit oder ohne Kamin, alleine oder in Gesellschaft, nüchtern oder beschwipst, beim Tanzen oder im Jazzclub.

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