Nice Brazil – Minhas Raizes

RELEASE: 28.02.2020

 
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Beschreibung

Nice Brazil Vocals
João Luis Nogueira Pinto Gitarre
Ricardo Fiuza Piano
Joel Locher Bass
Valery Brusilovsky Drums

Der Künstlername ist sozusagen Programm: Die Sängerin Nice Brazil steht für die bezaubernden Seiten der brasilianischen Musik. Von den Rhythmen, die in die Beine gehen, über die Melodien, die einen bewegen, bis zu Texten, die einen mal melancholisch, mal voller Lebensfreude ergreifen. Ihr neues Album „Minhas Raizes“ („Meine Wurzeln“) setzt konsequent fort, was sie auf zuletzt auf „Pra Voce” („Für Dich“) vorexerziert hat: Sie gießt den ganzen Reichtum der brasilianischen Musik, vom traditionellen Choro oder Baião bis zu Samba und Bossa- Nova, die unterschiedlichen Stile, Sounds und Farben der großen Städte wie Sao Paulo, Rio oder Belo-Horizonte in jazzigen Arrangements. Erstmals hauptsächlich mit eigenen Kompositionen und in ihren eigenen Worten.

„Minhas Raizes“ ist Ausdruck erworbener innerer Stärke, musikalisch die Verbindung brasilianischer Musik mit dem Jazz, thematisch nicht weniger als die Reflexion über unsere Zeit, über Leben und Tod. All dies versammelt sie schon in „Pra Lá e Pra Cá“ („Verstreut“), das Titelstück „Minhas Raízes“ macht sie zur Hommage an ihre Vorfahren, in „Quando Te Vi“ („Als ich dich sah“) handelt sie tiefgründig das Phänomen der ersten großen Liebe ab, in „Te Amei“ („Ich liebte dich“) sagt sie ihrem verstorbenen Vater ein letztes Lebewohl. Ihre ausdrucksvolle Stimme tänzelt dabei zwischen den Extremen: Mal geht sie temperamentvoll aus sich heraus, mal wird sie ganz leise, beinahe meditativ, an der Grenze zum Gehauchten, aber dennoch in jeder Note präsent – sie intoniert die Seele der brasilianischen Musik. Intime Augenblicke, aber zugleich ein Moment des Danks an das Universum, den sie mit dem Hörer teilt.

Nice Brazil wuchs in den Siebziger- und Achtzigerjahren in São Paulo auf. Also in der Blütezeit der im Radio, auf den Straßen und bei den Festivals allgegenwärtigen Música Popular Brasileira, getragen von ihren bis heute größten Interpreten wie Chico Buarque, Geraldo Vandré, João Bosco, Antonio Carlos Jobim, Luis Bonfá, Gilberto Gil oder Caetano Veloso. Was zugleich eine Protestbewegung gegen die Militärdiktatur war, eine Rebellion mit den Mitteln der Musik und der Poesie. Nice begann als Schauspielerin, in Kinder-Musical und am Theater, entdeckte bald ihre Passion für den Gesang. Wie so viele brasilianische Musiker verließ sie ihre Heimat – seit Beginn der Neunzigerjahre lebt sie in Deutschland und gehört seither zur neuen Garde der europäischen Vertreterinnen brasilianischer Musik.

Seit jeher suchte sie alle stimmlichen Ausdrucksmöglichkeiten für ihre persönliche Interpretation der brasilianischen Musik zu nutzen. Sie nahm ebenso Unterricht bei der Opernsängerin Manuela Soto Nicolás, Dozentin an der Musikhochschule Stuttgart wie beim Chorleiter (u. a. der Missa Crioula), Komponisten und Arrangeur Luis Craff Zevallos, bei Jazz- wie Opernsängerinnen. An der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung Trossingen studierte sie Physiologie und Entwicklung der Stimme, aber auch in ihrer alten Heimat besuchte sie Seminare und Workshops in Schauspiel- und Stimmbildung, unter anderem bei Dulcemar Vieira und Nelson Machado. Sie nahm an den verschiedensten Musikprojekten teil, veranstaltete auch selbst Konzerte und andere Kulturveranstaltungen. Sie komponiert, arrangiert und produziert ihre eigene Musikprojekte. Das vorliegende Album ist ihr viertes.

Sie widmet sich begeistert der pädagogischen Arbeit, bei der sie vor allem Kindern und Jugendlichen den Spaß am Singen vermittelt – und ist nun seit gut 15 Jahren mit ihrer eigenen Band unterwegs. In den Clubs und auf großen Festivals wie den Internationalen Stuttgarter Jazztagen, dem Tollwood Festival München, dem Festival Viva Afro Brasil in Tübingen, der Jazzwoche Burghausen oder dem Festival da Jazz in Sankt Moritz.

Außerdem arbeitete Nice bereits mit herausragenden Exponenten der brasilianischen Musik zusammen, unter anderem mit dem legendären Schlagzeuger Portinho und dem Pianisten Klaus Mueller, der u.a. mit Leny Andrade und Herbie Hancock zusammenarbeitete. Beide sind Stars der New Yorker Brazil-Jazz-Szene.

Für das Album „Minhas Raizes“ hat Nice Brazil eine Art All-Star-Ensemble um sich versammelt:

An der Gitarre, der brasilianische Gitarrist João Luis Nogueira Pinto, der als bester Instrumentalist beim Bundeswettbewerb BDMG Cultural in Brasilien ausgezeichnet wurde. Pinto lässt nicht nur sein Instrument mit elegantem Akkordspiel und perlenden Läufen leuchten, sondern arbeitete auch mit Nice die Arrangements aus und steuerte zwei eigene Kompositionen bei: „Samba da Fonte“ und „U.T.I.“.

Am Klavier hört man Ricardo Fiuza, ursprünglich aus Belo Horizonte, er studierte im “Musicians Institute in Los Angeles” bei Scott Kinsley und in New York mit dem Miles Davis Keyboarder Adam Holzman.

Joel Locher am Kontrabass ist durch häufige Einspielungen, Konzerte und Tourneen durch ganz Europa bekannt.

Der aus St. Petersburg stammende Valery Brusilovsky am Schlagzeug absolvierte die Hochschule für Musik in St. Petersburg. Mit zahlreichen Rock- und Jazzbands spielte er auf Festivals in Russland und Europa und ist außerdem einer gefragtesten Studiomusiker Deutschlands.

Als Gäste wirkten auf der CD “Minhas Raízes” zudem mit: die in Stuttgart lebende und Jazzpreis Baden-Württemberg Koreanerin Gee Hey Lee, am sechssaitigen E-Bass der aus einer italienischen Jazzmusiker-Familie stammende Franco Petrocca, der lange in Frankreich lebende brasilianische Percussionist Edmundo Carneiro, am Cello Matthias Trück, der ein jährliches Cellofestival mit internationalen Meisterkursen und Konzerten leitet.

Als Gast stößt bei zwei Stücken der große, in Frankfurt lebende ungarische Saxofonist Tony Lakatos dazu, ein Balladenspezialist und Bigband-Veteran mit gut 300-Alben-Beteiligungen im Kreuz, der mit unzähligen europäischen wie amerikanischen Jazzgrößen spielte.

Perfekt harmonierend und mit vielen Soli und Elementen aus dem breitaufgefächerten Jazzfundus bereiten diese Könner den Boden für Nice Brazils ausdrucksvolle, variable Stimme. Und ihre ganz persönliche Vorstellung dessen, was sich dem kollektiven musikalischen Gedächtnis der Menschen weltweit als brasilianische Musik eingeprägt hat. Ihre Wurzeln eben.