Esther Kaiser – Learning how to listen | The music of Abbey Lincoln

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Beschreibung

Esther Kaiser Vocals
Tino Derado Piano, Accordeon
Marc Muellbauer Doublebass
Roland Schneider Drums
Franz Bauer Vibes/ Marimba
Rüdiger Krause Guitars

01. Learning how to listen (Abbey Lincoln) 5:53
02. Blue Monk I (Thelonious Monk, Abbey Lincoln) 0:53
03. The music is the magic (Abbey Lincoln) 4:15
04. First song – conversation with a baby (Charlie Haden) 9:14
05. Avec le temps (Leo Ferré) 5:53
06. And it´s supposed to be love (Abbey Lincoln) 5:08
07. Blue Monk II (Thelonious Monk, Abbey Lincoln) 0:52
08. Throw it away (Abbey Lincoln) 7:39
09. A turtle´s dream (Abbey Lincoln) 7:14
10. Love has gone away (Abbey Lincoln) 5:55
11. Storywise (Abbey Lincoln) 5:43
12. Blue Monk III (Thelonious Monk, Abbey Lincoln) 0:55
13. Being me (Abbey Lincoln) 3:53

Die große Jazzsängerin Abbey Lincoln, die vor viereinhalb Jahren im August gestorben ist, hat einmal gesagt: “I loved Billie Holiday more than any other person other than myself on the stage. Yeah, I do.“ Und dennoch hat sie trotz oder ob diesem Bekenntnis ihre ganz eigene, unverwechselbare Stimme gefunden, ohne in Ehrfurcht vor Lady Day zu erstarren oder deren Kunst zu fliehen. Denn Bewunderung und Liebe zur Kunst einer großen Vorgängerin, bedeutet nicht notwendig Selbstaufgabe und unreflektiertes Fan-Sein, sondern scheint im Gegenteil notwendige Voraussetzung im selbstbewussten Zu-Sich-Selbstkommen einer jeden Künstlerin und eines jeden Künstlers zu sein.

Diesen Eindruck bekommt man jedenfalls beim intensiven Hören der Abbey Lincoln-Interpretationen der Berliner Sängerin Esther Kaiser auf ihrem neuen Album “Learning how to listen – the song and music of Abbey Lincoln“. So gleichen Esther Kaisers bewundernde Sätze über Abbey Lincoln nicht zufällig denen Lincolns über ihr Vorbild Billie Holiday: „Abbey ist meine „Meisterin“ in Wort und Ton, aber auch „weise Priesterin des Lebens“, Philosophin, vielfache Quelle von musikalischer und textdichterischer Inspiration.“ Und Esther Kaiser fügt hinzu: „Abbeys Liebe zum Theater, ihre äußerst wache gesellschaftspolitische Haltung und nicht zuletzt ihre Lebensbrüche auch in künstlerischer Hinsicht lassen ihre Vita ungewöhnlich erscheinen im Vergleich zu anderen Jazzgrößen…. Auch ihre in ihrer Musik ausgedrückte Suche nach Sinn und Erkennen sind etwas, was uns verbindet.“

Insofern liegt die Geburtsstunde für Esther Kaisers neues Album, das ganz und gar angefüllt ist mit Songs von Abbey Lincoln, auch nicht in der Gegenwart, sondern etwas länger zurück: „Bereits 2005 auf der CD „The moment we met“ (Minor Music 2006) war der Song „Throw it away“ der erste und einer der wichtigsten Tracks“, erklärt Esther Kaiser ihre Vision und fährt fort: „Die wunderbaren Abbey-Lincoln-Songs sollen weiterhin live zu hören sein und nicht nur konserviert sein auf CDs.
Die vielfach begeisterte Reaktionen vieler Menschen im Publikum auf die Songs, die sie bislang teilweise nicht kannten, bestätigten mich und meine Band in dem Vorhaben“.

Und frisch klingen ihre Songs wie „Love has gone away“ oder „A turtle´s dream“, weil in ihnen noch so viel un-offenbarte Gegenwart steckt, die nur ihre würdigen Nachfolger wie Esther Kaiser, die sich tief in Lincolns Werk versenkt haben und gleichzeitig die notwendige Distanz dazu mitbringen, ans Tageslicht bringen können. Insofern hat Abbey Lincoln recht behalten, als sie einst prophezeite: “I think that’s what really a substantial work is, it’s forever. It’s the truth now and it was the truth then, and it will be the truth tomorrow“. Und Esther Kaiser steht für diese Wahrheit im Morgen im Hier und Jetzt des 21. Jahrhunderts. Sie hat sehr gut verstanden, was es heißt in der Tradition von Abbey Lincoln zu stehen und gleichzeitig über sie hinauszuweisen, denn genau diese emanzipierte, selbstbestimmte Rolle dachte Abbey Lincoln ihren Nachfolgerinnen zu, die mehr sein sollten als blindgläubige Verehrerinnen und traditionshörige Apologetinnen.

Und wem die Originalsongs von Abbey Lincoln noch fehlen, der findet sie hier:

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